Sweet Like a Flowers - Made by Tiefschwarz

Kapitel 6

Als ich jetzt im Auto saß und mir immer mehr Tränen in die Augen stiegen, bemerkte ich, dass es regnete. Der Regen prasselte so vor sich hin und irgendwie war es auch ein angenehmes Geräusch, aber er lenkte mich trotzdem nicht von dem Gedanken an Tom ab. Tom war in diesem Moment der Umarmung so zerbrechlich, so Emotional und doch schenkte er mir solche wärme!!! Warum tat er das?? warum war er so lieb zu mir, obwohl wir uns noch gar nicht lange kannten?? Ein wohliges Gefühl machte sich in meiner Magengegend breit, als ich an die schönen stunden mit ihm und den anderen denken musste. Ich dachte an seine schönen so tiefsinnigen, verträumten fast schwarz aussehenden, braunen Augen. An seine vollen und sinnlichen, mit einem Lippenpiercing verzierten Lippen, die er meist zu einem lächeln formte, so dass es die anderen auch immer lächeln mussten. Er brachte immer alle zum lachen und das schätzte ich so an ihm, er konnte aber auch ziemlich ernst wirken, was aber meistens nur gefaked war. *g* Er war einfach ein Traum…und wieder machte sich ein kribbeln in meinem Bauch breit, was mich zum lachen brachte. In diesem Moment hörte ich ein unglaublich schönes Lied:

„Sag mir was hast du mit mir gemacht

Das was hier passiert ist nich mehr normal

Und ich zähl die Sekunden

Denn ich brauch dich schon wieder, schon wieder

Und immer wenn du mich so anschaust

Dreht sich die Welt noch etwas schneller um mich

Du bist in mir

Und ich weiß ich bin in dir

Und so wie es momentan ist

Will ich nichts dran ändern

Wir sind jetzt hier

Und du liegst hier neben mir

Und ganz genau weil das so ist

Will ich nichts dran ändern

Du ziehst mich an dann ziehst du mich aus

Bitte hör nich auf ich will mit dir weiter gehen

Lass mich nich mehr allein sein

Nie wieder, nie wieder, nie wieder

Und wenn ich mal so drüber nachdenk

Dann lohnt sich denken für uns momentan nicht

Du bist in mir

Und ich weiß ich bin in dir

Und so wie es momentan ist

Will ich nichts dran ändern

Wir sind jetzt hier

Und du liegst hier neben mir

Und ganz genau weil das so ist

Will ich nichts dran ändern

Du und ich, hey komm lass uns fliegen

Du und ich noch ne Sternschnuppe kriegen

Ich und du nur der Silbermond schaut uns zu

Du und ich, hey komm lass uns fliegen

Du und ich noch ne Sternschnuppe kriegen

Ich und du was mir fehlte warst immer nur DU…“

(Silbermond „Du und Ich“

Dieses Lied passte in diesem Moment so gut zu mir, weil ich ständig an Tom denken musste und ich mich wieder zu ihm wünschte. Was ist nur mit mir los?? War ich verliebt?? Nein das kann nicht sein! Bestimmt wieder nur ein Hirngespinst von mir, ich kann mich doch nicht in Tom verliebt haben, nach so kurzer zeit? Aber warum genoss ich dann jegliche Berührungen von ihm, warum war mir immer so anders in seiner nähe?? Ich weiß es nicht. Vielleicht war ich ja doch ein wenig in ihn verliebt und ich wollte es nur nicht wahr haben…Ja so ist es, ganz sicher!!

Nach ca., ach keine Ahnung wie vielen stunden kam ich endlich zu Hause an. Mein Vater trug meine Koffer ins Haus und verschwand dann in der Stube, er hatte mich nicht mal gefragt wie es mir in Magdeburg gefallen hatte und was wir so gemacht hatten, anscheinend interessierte es ihn nicht besonders. Aber das war mir dann auch egal, ich ging hoch in mein Zimmer schmiss meine Tasche in eine Ecke und schlenderte zum Bett, das noch genauso aussah, wie nach meiner abreise und schon wieder wurde ich traurig, mir liefen einzelne Tränen die Wangen entlang bis sie dann an meinem Kinn inne hielten und auf meine Hände fielen. Die ich verschränkt vor mir hielt, die dann aber vor mein Gesicht wanderten. Ich hielt meinen Kopf in meinen Händen, ließ mich dann aber schwer und total müde und traurig aufs Bett fallen. Mein Gedanke kam wieder auf Tom und unsere letzte Umarmung und dann fiel mir auf das ich etwas in seinen glitzern sehen hab, war das eine Träne für mich?? Wegen mir?? Nein, Tom und weinen, das kann nich sein, oder doch?

„Drrr…drrr…drrr…Drrr…drrr…drrr…“ Och wer stört denn jetz??? Wehe es is nich wichtig! „Hm…“ ging ich etwas bedrückt ran, ich wusste noch nicht mal wer am anderen ende war, da ich vorher nicht nachschaute.

„Hey, Maus…na wie geht’s dir so???“ hörte ich jetzt Summer schluchzen, die ich sofort erkannte.

„Nich wirklich gut, vermiss dich unheimlich und na ja T…“ sollte ich ihr das sagen? Sollte ich ihr sagen dass ich Tom vermisste? Immerhin ist sie meine beste Freundin.

„Und na ja …WAS??? Was ist los April, du klingst so bedrückt?“

„Und na ja…ich…na ja also…ich vermisse…Tom!!! Er geht mir einfach nicht mehr ausm Kopf! Aber was er denkt weiß ich nicht! Komisch oder?“ sagte ich mit etwas Erleichterung in der Stimme.

„Nee, find ich gar nicht komisch!!! Ihr würdet echt voll süss zusammen passen!! Und Tom vermisst dich bestimmt auch, so wie ihr euch immer angesehen habt! Ganz sicher, wenn ihm sogar schon ne Träne die Wange runterlief.“ Sagte sie aufmunternd und mir ging es danach auch schon viel besser.

„Und was habt ihr zu dritt noch so gemacht??“ fragte ich jetzt neugierig.

„Naja, zu dritt waren wir nur noch so 10 Minuten danach ist Tom gegangen, weil er glaub ich, mich und Bill nicht so sehen konnte. Achso ich hab ihm noch deine E- Mail Adresse gegeben, wirst ja sehen ob er sich mal meldet!“

„Wirklich?? Cool, na ja mal schauen. Und bei dir und Bill?? War noch was, was ich wissen sollte…hm???“ fragte ich mit einem grinsen im Gesicht und musste an das Bild von heute morgen, na ja von heute Nachmittag denken, wie sie so in Bills armen lag und den Kopf auf seiner Brust liegend, schlief.

„Nee, da war leider nichts mehr…er ist dann auch nach ner halben stunde gegangen. Wir hatten uns nur unterhalten, mehr nicht.“

„So, so „nur unterhalten“ habt ihr euch also, alles klar“ sagte ich mit einem ironischem unterton.

„Jaaaa, nur unterhalten!!! Sag mal Maus wäre es schlimm, wenn ich jetzt Schluss machen würde, wir müssen doch morgen, na ja gut heute wieder ziemlich früh raus.“ Sagte sie deprimierend.

„Ja, nee is klar ne!? Nagut dann schlaf gut meine süsse und träum was Schönes.“ Und leise sagte ich noch „von Bill“ und grinste in mich rein da sie das nicht mehr verstand, mir nur auch noch eine schöne nacht wünschte und dann auflegte. Leider…Ich hätte gern noch nen bissl weiter geredet, aber es war wirklich schon spät genug.

In Gedanken an alle und besonders an Tom, schlief ich dann mit tränen in den Augen schließlich ein.

Tom hatte sich nicht noch gemeldet, was eigentlich auch kein wunder, war aber na ja.

„Brrrring…brrring…Brrring…brrring…“ Ey nee, nicht schon aufstehen, nicht heute, nicht wo es mir doch heute so mies ging…Bitte nicht…Aber es half alles nichts und ich stand ziemlich schwankend auf. Ich sah auf den Wecker…08.45Uhr!!! Ahhhhhh, jetz nich echt?? Ich komm auch noch zu spät, warum hat mich Dad nich geweckt, warum nicht?? Naja in Selbstmitleid verfallen würde jetzt auch nichts ändern. Also ging ich erst mal in ruhe duschen, auf die paar Minuten mehr oder weniger, kommts jetzt auch nicht mehr an.

Als ich nach einer halben stunde, dann doch etwas in eile, fertig gestylt war, machte ich mich nun endlich auf den Weg zur Schule, wie eigentlich jeden Tag. Immer der gleiche Weg, meist immer die gleichen Leute, immer die gleichen Häuser und immer wieder einfach nur das gleiche, einfach nur langweilig!!!

In der Schule war es eigentlich auch wie immer, halt immer die gleichen Gesichter die man jeden Tag sah. Aber auch nicht weiter spannend, mal wieder interessierte sich keiner für mich und mich ignorierte eigentlich auch jeder, außer die zwei- drei Freunde die ich hier hatte. Der Tag verging und ich konnte nicht eine Sekunde lang aufhören an Tom zu denken und war komplett abwesend! Ich hatte absolut keinen Bock, wieder in den Alttagstrott rein zu kommen, das reichte mir allmählich.

Die nächsten paar Wochen verliefen nicht anders, ich Telefonierte nur jeden Tag mit Summer und dabei konnte ich dem Alltag wenigstens ein bisschen entfliehen und mich ablenken. Tom hatte sich auch ein paar Mal per E- Mail gemeldet aber geredet hatten wir nicht miteinander. Schade eigentlich, das hätte mir endlich mal wieder ein lächeln ins Gesicht gezaubert. Aber er meldete sich, das war die Hauptsache für mich! Summer und ich hatten dann so ne Idee, und zwar das ich, wenn ich mit der Schule fertig bin, bei Summer mit einziehe. Das regte meine Fantasie an und ich blieb zumindest für die letzten paar Wochen vor den Sommerferien etwas glücklich. Und als mir Tom dann auch noch schrieb das er mich immer mehr vermissen würde, was er nach langem endlich mal zugab *g*, strahlte ich nur noch. Bis es endlich soweit war, ich konnte endlich wieder zu Summer, zu den Jungs und vor allem zu Tom!!! *happy*

Die nächsten Tage in der Schule waren jetzt besonders ätzend… Ich saß nur da, schaute auf meine Uhr und hoffte, dass die Minuten doch ein bisschen schneller vergehen würden, aber das taten sie nicht, im Gegenteil, sie schienen immer langsamer zu verstreichen… Auch meine Freundin und Banknachbarin Mopsel konnte nichts an meiner Stimmung ändern, sogar Johnny, den ich immer auf dem Pausenhof traf, gab irgendwann den Versuch auf, mich zum Lächeln zu bringen…

Drrrr…

Na wird ja auch mal Zeit… Endlich Wochenende!!! Ich war eine der ersten, die aufstand, den anderen noch schnell einen Abschiedsbussi gab, und so schnell wie es ging verschwand.

„Summer, warte noch mal…“, rief mir noch Mopsel hinterher, aber das überhörte ich glatt. Ich hatte es extrem eilig und durfte keine Zeit verlieren…

Jetzt musste ich mich aber wirklich beeilen, die meckern sonst wieder, wenn ich zu spät komme… Und ich hatte Recht… Als ich an der Bushaltestelle ankam, standen da schon ein schmollender Bill und ein im Kreis rum laufender Tom, die mal wieder so taten, als hätten sie schon Stunden hier gewartet…

„Hi“, sagte ich strahlend. Ich hatte mich mittlerweile an ihre übertreibende Art gewöhnt und ignorierte sie gekonnt.

„Toll, deinetwegen haben wir jetzt unseren Bus verpasst“, meinte Tom.

„Da nehmen wir halt den nächsten“, meinte ich und entschied mich, ihn jetzt nicht mehr zu begrüßen und ging lieber gleich weiter zu Bill. „Georg und Gustav kommen doch heut sowieso später, schon vergessen?!? Heut ist Freitag“, meinte ich zu Tom, während ich Bill herzlich begrüßte… Die Twins waren in den letzten Wochen zu meinen besten Freunden geworden… Es gab keinen Tag, an denen wir uns nicht sahen… Jeden Tag nach der Schule trafen wir uns hier an dieser Bushaltestelle und fuhren zum Bandprobenraum, der praktisch jetzt auch mein zweites zu Hause geworden war. Die vier Jungs spielten fast jeden Tag zu viert und wurden echt immer besser und an den Tagen, an denen sie nicht zusammen spielten, gab mir Tom Gitarrenunterricht… Ich brauchte einfach eine Ablenkung… Eine Gitarre hatte ich mir auch bereits zugelegt, nachdem ich meine Mum überredet hatte, die für ein paar Wochen wieder zu Hause gewesen war. Seitdem lief ich nur noch mit meiner Gitarre rum (ich hatte mir vorgenommen, jedes Lied von Placebo zu lernen) und das Plektrum von Brian hatte ich sowieso immer um den Hals…

„Wieso trägst du denn ein Plektrum um den Hals“, hatte mich Georg vor kurzem gefragt.

„Sag das nicht so abwertend! Das is nicht irgendein Plektrum, das ein ganz besonderes…“

„Ach ja, von Tom, hm?!“

„Nein viel toller, von Brian Molko“, hatte ich zurückgegrinst, während mich Georg doof ansah, der offensichtlich nicht wusste, wer Brian Molko war, was ich überhaupt nicht verstand…

Der Gedanke an Brian Molko und wie er mir sein Plektrum gab, erinnerte mich auch immer wieder daran, wie ich Bill zum ersten Mal sah, mitten in der Menge und wie er plötzlich verschwunden war und wie ich mich noch gefragt hatte, ob ich ihn jemals wieder sehen würde… und jetzt hielt ich ihn in meinen Armen und drückte ihn noch ein wenig fester, als mir bewusst wurde, wie wichtig er mir geworden war und wie sehr ich seine Nähe genoss… Er war der einzige gewesen, der mich immer wieder zum Lachen gebracht hatte, seit April weg war…

„Tom und ich haben aber noch eine Überraschung für dich“, meinte Bill jetzt, als wir uns von der Umarmung lösten und prompt kam auch schon der nächste Bus…

Die ganze Fahrt zum Probenraum drängelte ich die Jungs, mir zu sagen, was das denn für eine Überraschung sei, aber aus denen war nichts rauszuholen. Die saßen nur da und grinsten sich gegenseitig an, na toll!!!

„Wirst du doch gleich sehen“, meinten sie immer, als wäre das ein Grund für mich, still zu bleiben. Aber jetzt waren wir endlich da und ich lehnte mich erwartungsvoll in einen der Sessel…

„Na, und was is nun“, fragte ich ungeduldig, während Tom seine Akustikgitarre nahm und sich schließlich mit Bill zusammen mir gegenüber setzte.

„Also, es is noch nicht so perfekt“, meinte Bill jetzt schüchtern. Wie, die haben doch nicht etwa nen Song geschrieben?!? Als wenn Bill meine Gedanken gehört hätte, meinte er auch sofort:

„Wir haben nen neuen Song.“

Jetzt guckte ich die beiden gespannt an… Wow, damit hätte ich echt nicht gerechnet und dann fing Tom auch schon an ein Intro zu spielen, das sich sehr nach Ballade anhörte und Bill stieg ein:

Meine Augen schaun mich müde an, finden keinen Trost,

ich kann mich nich mit ansehn, bin ichlos

alles was, hier mal war, kann ich nich mehr in mir finden

alles weg, wie im Wahn

ich seh mich immer mehr verschwinden

Ich bin nicht ich, wenn du nicht bei mir bist, bin ich allein

Und das, was jetzt noch von mir übrig ist, will ich nicht sein

Ich bin nicht ich, wenn du nicht, bei mir bist

Bin ich allein

Ich weiß nich mehr wer ich bin,

und was noch wichtig ist

das ist alles irgendwo, wo du bist

ohne dich, durch die Nacht

ich kann nichts mehr in mir finden

was hast du mit mir gemacht

ich seh mich immer mehr verschwinden.

Jetzt war ich echt sprachlos… Der Song sprach mir direkt aus der Seele und war so schön geschrieben, dass ich jetzt einfach weinen musste…

„Wie gesagt, ist noch ausbaufähig und wir sind auch noch nicht ganz fertig und…“, meinte Bill schüchtern.

„Der ist echt total schön, der Song… Danke“, meinte ich und grinste ihn an, wobei er gleich verlegen den Kopf senkte. Mein Blick wanderte zu Tom, der auch so aussah, als ob er gleich heulen müsste, scheinbar berührte ihn der Song genauso, wie mich… Bevor ich ihm allerdings ein paar tröstende Worte sagen konnte, wechselte er ruckartig seine Laune und meinte:

„Georg und Gustav kommen heut überhaupt nicht, die fahren beide mit ihren Familien übers Wochenende weg. Also was wollen wir machen?“ Prompt setzte er wieder ein fettes Grinsen auf…

„Auf Gitarrenunterricht hab ich jetzt keinen Bock“, meinte ich „wollen wir nicht lieber zur Strandbar?“

„Genau daran hatten wir auch gedacht“, meinten die Twins gleichzeitig und waren schon wieder aufgesprungen. Und schon waren wir wieder aufm Weg zur Straba… Unterwegs holten wir uns noch ein fettes Eis und schauten noch in einige Läden rein, weil Bill sich noch ne neue CD von NENA kaufen wollte…

An der Bar angekommen bestellten wir uns erstmal Red Bull und ließen uns in die Liegestühle fallen… Wir hatten Glück, dass überhaupt noch welche frei waren, denn es ging steil auf den Sommer zu und wurde immer wärmer, somit war die Strandbar auch immer gut voll. Außerdem ging heute das Wochenende los…

„Ist deine Mom eigentlich noch da“, fragte mich Bill und riss mich aus meinen Gedanken.

„Was? Achso, nö“, grinste ich zurück.

„Und was machen wir dann heut Abend?“

Als ob er das gehört hätte, kam Johnny plötzlich zu uns rüber.

„Hey, Summer… Ähm, sag mal hast du heut Abend Zeit? Meine Eltern sind übers Wochenende weg und ich schmeiß ne Party bei mir, also ich würde mich freuen, wenn du kommst.“ Ich sah die Twins fragend an, die aber gerade total ausdruckslos dasaßen und an ihren Red Bull nippten.

„Ihr zwei könnt natürlich auch kommen“, meinte Johnny zu ihnen.

„Müssen wir mal gucken, ob wir Zeit haben“, maulte Tom machomäßig zurück. Ich wusste ja, dass Tom Johnny nicht leiden konnte, aber das war jetzt echt überflüssig.

„Ja, wir kommen“, meinte ich und warf Tom einen bösen Blick zu.

„Gut, also, bis dann…“

„Tut mir leid“, meinte Tom schließlich, als wir auf dem Weg zu mir nach Hause waren und ich ihn immer noch böse anblickte „ich kann den Typen mit seiner übertrieben niedlichen Art halt nicht leiden.“

„Wollt ihr eigentlich noch mal mit hoch?“, fragte ich, obwohl wir bereits zu dritt im Fahrstuhl standen, was eindeutig hieß, dass sie mitkamen.

„Kommt drauf an, hast du was zu essen?“, fragte Bill mit einem verschmitzten Grinsen.

„Du kannst aber auch nur an das eine denken!“

„Ich hab halt Hunger“, schnauzte Bill zu Tom zurück.

„Hey kommt, ihr streitet euch doch jetzt nicht auch noch wegen dem essen!“, versuchte ich die beiden zu beruhigen. Auch an diese kleineren Streitereien musste ich mich gewöhnen, die waren ganz normal für die Twins und waren auch nicht gerade verheerend, da sie sich wenige Minuten später immer wieder vertrugen, aber manchmal waren sie auch echt nervig! „Obwohl ich mich auch frage, wo du das ganze Zeug hinisst“, grinste ich zu Bill, der darauf selbst keine Antwort wusste.

„Also, wir könnten uns ne Pizza machen“, meinte ich, während ich in unserem Kühlfach guckte, was da war.

„Na, da sag ich doch nicht nein“, strahlte Bill, sichtlich begeistert von der Tatsache, dass er bald etwas zu Essen bekam… Während die Pizzen also im Ofen waren, gammelten wir uns wieder aufs Sofa. Nach einer Stunde waren die Jungs dann auch wieder weg, „Wir müssen uns ja noch fertig machen, für die Party“, grinste Bill „wir holen dich dann ab.“ Ich rief natürlich gleich wieder April an. Seit sie weg war, war kein einziger Tag verstrichen, an dem wir nicht miteinander telefoniert hätten. Ich schaltete auf laut, damit ich mich nebenbei auch noch fertig machen konnte.

„Wo geht’s denn heut abend schon wieder hin“, meinte sie skeptisch.

„Johnny gibt ne Party. Ich geh mit den Twins hin, Georg und Gustav sind übers Wochenende weg… Man ich bin froh, wenn du endlich wieder da bist!!! Allein mit den vieren komm ich mir manchmal echt verloren vor.“ Am anderen Ende konnte ich wieder mal das süße Lachen von April hören. Und wir begannen mal wieder wie zwei Wasserfälle zu labern…

„Oh, ähm, April, ich muss jetzt Schluss machen, die Twins klingeln, also, hab dich lieb“, sagte ich und machte mich auf den Weg zur Tür.

„Na, ihr… wo ist denn Tom.“

„Der kommt nicht mit…“, meinte Bill und ich blickte ihn mit einer Augenbraue nach hochgezogen an. „Genauso hab ich ihn auch angeguckt… Naja, also, bist du fertig?“ Ich nickte und schloss die Tür hinter mir… Also machten Bill und ich uns halt nur zu zweit auf den Weg zu Johnny…

Die Party war schon im vollen Gange, kein Wunder, es war bereits ziemlich spät geworden und die Getränkekästen waren auch schon gut geplündert worden. Johnny war total begeistert, uns zu sehen, bzw. Tom nicht zu sehen… Bill und ich setzten uns auf die Couch im Wohnzimmer zu ein paar Freunden von mir, die alle schon gut angetrunken waren. Wir unterhielten uns mal wieder über alles Mögliche und machten uns mal wieder über die anderen lustig, die in ihrem Suff ziemlich viel Scheiße bauten, bis Bill plötzlich aufstand und meinte:

„Komm, lass uns tanzen!“ Hä, Bill und tanzen?! Was war denn jetzt los, er hasst tanzen!!! Als er meinen verdutzten Blick sah, war er sichtlich beleidig, schnappte sich aber trotzdem meine Hand und zog mich von der Couch weg zu einer freien Stelle. Es lief gerade Nirvana und alle fingen an wie wild rumzupogen. Auch Bill und ich gingen jetzt voll ab und hatten ne Menge Spaß. Bis Johnny plötzlich ein ganz ruhiges Lied auflegte, ich weiß nicht mehr, welches es war, aber darauf konnte ich mich auch nicht konzentrieren, denn Bill blickte mich jetzt mit seinen dunkelbraunen Augen durchdringend an und zog mich zu sich. Mein Herz machte einen seltsamen Sprung, was auch immer das zu bedeuten hatte. In diesem Moment schien die Zeit stillzustehen und ich genoss wiedermal die Nähe und die Wärme, die von Bill ausgingen. Leider war der Song bald zu ende, viel zu schnell für meinen Geschmack. Da ich nicht wusste, was ich jetzt zu Bill sagen sollte, meinte ich, dass ich lieber mal an die frische Luft möchte, als jetzt wieder in das allgemeine Gespringe zu Blink 182 einzusteigen. Wir holten uns noch zwei Red Bull und setzten uns raus auf die Terrasse, wo wir uns anschwiegen. Ich konnte nicht aufhören daran zu denken, wie Bill mich angesehen hat. Dieser Blick, ich hatte ihn noch nie bei ihm gesehen, was hatte er zu bedeuten?

„Hey, Summer, was ist los“, riss mich Bill aus meinen Gedanken.

„Was?“

„Ich hab dich gefragt, ob dir kalt ist, du hast Gänsehaut.“

Stimmt, er hatte Recht, ich hatte wirklich Gänsehaut, das war mir gar nicht aufgefallen. Jetzt ärgerte ich mich wieder darüber, dass ich keine Jacke mitgenommen hatte, weil es vorhin noch angenehm warm gewesen war. Aber jetzt saß ich da in meinem kurzen Top und fror mir den Arsch ab. Ohne ein Wort zu sagen stand Bill plötzlich auf, zog seine Lederjacke aus und legte sie mir um die Schultern. Dabei betrachtete ich mir wieder sein makelloses Gesicht und als er mir plötzlich wieder direkt in die Augen sah, überkam mich eine tierische Nervosität. Was war nur los mit mir?

„Danke“, flüsterte ich leise. 3.00 Uhr frühs beschlossen wir dann, zu gehen.

„Ich bring dich noch nach Hause“, meinte Bill und wir machten uns gemeinsam auf den Weg zurück zu mir nach Hause. Ich wusste immer noch nicht, was ich sagen sollte, also herrschte eine peinliche Stille, die dann auch nur durch ein „Tschüß“ gebrochen wurde. Als ich dann meine Tür hinter mir zumachte bemerkte ich, dass ich immer noch Bills Jacke anhatte, die Schwer auf meinen Schultern lag. Gut, die muss ich ihm wohl morgen wiedergeben, dachte ich und legte mich in mein Bett, wo ich auch sofort einschlief…

„Ey, ich sag euch, die Leute da, sind so langweilig… Und nen ordentlichen Musikgeschmack hamse auch nicht!“, meinte Georg, der sich mal wieder über seinen Wochendtrip aufregte. Es war eine Woche vergangen, in der wir seltsamer Weise keinen einzigen Tag im Probenraum verbracht hatten. Die drückende Hitze zog uns einfach raus und ins Freibad oder an die Strandbar. Und da in der Schule jetzt sowieso nichts mehr lief, trafen wir uns auch jeden Abend in dem Stammlokal der Jungs, da, wo April und ich sie das erste Mal spielen gehört haben. Auch heute Abend hatten wir uns mal wieder in unsere Sofaecke gechillt und unsere Stimmung war echt geil, schließlich würden wir schon nächste Woche Sommerferien haben… Der Gedanke daran und, dass ich dann April endlich wieder sehen würde, setzte mir wieder ein fettes Grinsen ins Gesicht…

„Wisst ihr was, ich geb einen aus, schließlich haben wir doch was zu feiern“, meinte Georg lallend, der schon mächtig angetrunken war.

„Was haben wir denn zu feiern“, fragte ich neugierig und wurde leicht skeptisch, als Bill Georg jetzt einen entsetzten Blick zuwarf und meinte: „Nein, Georg nicht.“

„Na komm, sag schon“, bettelte ich weiter.

„Georg, bitte nicht.“

„Was ist denn, was soll er mir denn nicht sagen?“

„Na, wir nehm doch unser Album auf“, freute sich Georg „da sind wir die ganze Zeit in Hamburg.“ Ich fand das gar nicht lustig, sondern schaute Bill jetzt mit offenem Mund an. Der hatte allerdings seinen Blick von mir abgewendet und murmelte ein „toll, Georg“.

„Wie, du hast es ihr noch nicht gesagt“, stellte Georg auf seinem Stuhl schwankend fest „oh.“ Das war echt zu viel. Ich sprang auf und verließ das Lokal. Das war doch nicht echt den ihr ernst, oder?

„Summer, warte doch“, schrie Bill, der jetzt hinter mir her gerannt kam.

„Lass mich in Ruhe“, fauchte ich zurück, doch er hatte mich bereits eingeholt und hielt mich am Arm fest.

„Weist du, du bist echt das allerletzte!!!“, sprudelte es aus mir heraus „ich schwärme die ganze Zeit davon, dass ich mich schon so sehr auf die Ferien freue und du hasst nicht mal den Arsch in der Hose, mir zu sagen, dass ihr gar nicht da seid!!!“

„Ich wollte es doch…“

„Wann denn“, unterbrach ich ihn „am ersten Ferientag, wenn April und ich bei euch auf der Matte stehen, um euch abzuholen??? Ach übrigens Summer wir fahrn jetzt nach Hamburg… Schöne Ferien noch“, äffte ich ihn nach. Darauf hatte er nichts mehr zu sagen und ich ließ ihn schließlich da stehen. Ich hätte nie gedacht, dass er mich jemals so enttäuschen würde.

„Freust du dich denn gar nicht… Ich meine wir nehmen ein Album auf und dann können wir uns bei Plattenfirmen bewerben…“, meinte Bill schließlich und kam mir wieder hinterher gelaufen.

„Oh, ja, ich überschlag mich gleich vor Freude!!! Vier von meinen besten Freunden lassen mich in den Sommerferien alleine und einer von ihnen hat mich auch noch angelogen, juhu“, gab ich sarkastisch zurück. Ich hatte jetzt echt keinen Bock mehr auf dieses Gelaber, doch Bill scheinbar schon, denn er kam immer noch mir hinterher.

„Bill, bitte, ich will dich jetzt nicht sehn“, meinte ich, während ich stehen blieb „weißt du, ich hab gedacht, wir sind Freunde und könnten uns alles sagen.“

„Es tut mir leid“, flüsterte er „ich mach das wieder gut, irgendwie.“, meinte er noch, dann drehte er sich um und ging zurück.

Ich hätte jetzt am liebsten ganz laut Musik angemacht und alles gegen die Wand gestoßen, was ich finden konnte, aber ich war nicht allein zu Hause… meine Mom war gerade dabei, ihre Koffer hoch in ihr Zimmer zu bringen, als ich kam…

„Hey, was machst du denn schon zu Hause“, fragte ich glücklich.

„Ach, Auftragsänderung ich muss dann erstmal zwei Wochen nach Kalifornien…“, meinte sie gestresst „was ist denn mit dir los?“ O.K., also setzten wir uns erstmal gemeinsam hin und ich erzählte ihr die ganze Story…

 

 

 

 

 

Kapitel 7

Ich setzte mich gerade auf eine Bank am Bahnhof, da ich noch keinen von den Jungs, geschweige denn Summer sah. Mir kam es so vor als ob eine Ewigkeit vergangen war, als ich dann endlich Summer die Treppen hochlaufen sah und eine etwas gestresste Frau im Schlepptau hatte. Wer war sie? Ihre Mum? Wollte sie nicht mit den Jungs kommen? Naja, aber ich freute mich so, sie endlich wieder in meinen Armen halten zu können, weil sie gleich auf mich zugerannt kam und mich richtig fest an sich drückte, das ich das auch gleich wieder vergaß.

„Hey, meine Maus, ich bin so froh dich endlich wieder zu sehen. Mit den vier Jungs allein konnte es ja nicht all zu lang gut gehen!“ sagte sie mich immer noch drückend. Aber was meinte sie jetzt schon wieder damit, hamse sich gestritten oder wie? Naja sie würde es mir wahrscheinlich nachher oder gleich erzählen! Also sprach ich sie nicht mehr darauf an und vergaß das auch gleich wieder.

„Ach das hier ist übrigens meine Mum, sie fährt uns jetzt zu uns nach haus.“

erwähnte sie noch neben bei und ich begrüßte ihre Mum, eigentlich genauso herzlich wie ich es bei Summer getan hatte, nur drückte ich sie nicht allzu fest.

Und ich hatte mal wieder ein fettes grinsen im Gesicht.

Sie sah noch so jung aus und sie hatte genau das gleiche lächeln wie Summer, das war irgendwie süss! *g* Summer fragte mich was ich noch so gemacht hätte und ob es allzu schlimm ohne sie gewesen wäre, aber das war es eigentlich zum Schluss nicht mehr so.

Wir stiegen ins Auto und fuhren los und nach wenigen Minuten kamen wir auch schon an. Ich schaute zu meinen Koffern die immer noch so trostlos im Kofferraum lagen, aber als ob sie sich auch von allein von da weg bewegen würden, also nahm ich einen und Summer und ihre Mum halfen mir mit hochtragen. Nur gut das sie einen Aufzug hatten!!! Das erleichterte uns einiges. Ich ging sofort in Summers Zimmer und wollte gerade auspacken als Summer ihr Handy klingelte. Hm, und jetzt, „Summer?“ rief ich runter, aber keine Antwort „Summer?“ wieder nichts und immer noch spielte das Lied von Placebo auf ihrem Handy, na dann geh ich halt ran. Bill, oh geil, dann kann er mir ja gleich sagen warum er und die anderen nicht da waren! „Halli hallöle, Bill!“ freute ich mich übel und bekam das grinsen nicht mehr ausm Gesicht.

„Wer isn da??? Ich will mit Summer reden!!!“ sagte er ziemlich matt und genervt.

„Hey Bill, erkennst mich nicht mehr?? So lang war ich ja nun auch nicht weg! Ich bins April!!! Was isn los mit dir?“

„Achso, du. Nimms mir nich übel aber ich hab grad echt keinen Bock auf Gefühlsduselei, ich will jetzt einfach nur mit Summer reden, ok?“ sagte er fordernd… was war denn mit dem los? Hatte ich ihm was getan oder hatten sich die fünf während meiner abwesendheit wirklich gestritten, oder hatte er einfach nur nen schlechten Tag??? Keine Ahnung was er hatte, ich ließ es auch einfach so im raum stehen.

„Ja ist ja ok, warte da kommtse grad! Hier!“ meinte ich noch und drückte Summer das Handy in die Hand.

„Wer is es denn???“ fragte sie, sich schon das Handy ans Ohr haltend.

„Bill!“ sagte ich freudig, da ich dachte dass sie sich auch freuen würde.

„Och, Nö öder?…Was gibt’s?“ fragte sie genauso genervt wie Bill reagiert hatte.

„Hm…ja ok…hm…hm…was?…ja gut wir kommen…ja bis nachher!“ sagte sie, immer wieder mit den Augen rollend, mit hochgezogener Augenbraue und legte dann auf. Schmiss ihr Handy aufs Bett und setzte sich auf einen stuhl.

„Was will er denn?? Du hast nich grad begeistert geklungen!“

„Ach nichts nur das wir dann noch mit in den Club mit sollen, damit du die Jungs auch noch siehst.“ Sagte sie so dahin, als ob sie es gar nicht mehr interessieren würde.

„Was ist denn nur los mit euch??? Bill war auch schon so mies drauf und hat mich übel angemacht… Was isn passiert? Habter euch gestritten?“

„Ach… nichts is los… echt nich. Er hat bestimmt nur nen schlechten Tag erwischt. Lass uns jetzt fertig machen, sonst kommen wir dann noch zu spät, denn auf das gezicke von Bill hab ich echt keinen bock und mach dir da jetz keinen Kopf mehr drüber. Ok?“ Sie setzte ein gespieltes grinsen auf und ging Richtung Bad. Was is nur mit ihr los??? Irgendwas is doch passiert! Dann muss ich den anderen halt mal aufn Zahn fühlen.

„Na wenn du meinst.“ Sagte ich bedrückt und beleidigt da sie mir einfach nicht sagen wollte was war!

Nach etlichen Stunden im Bad verbringend, waren wir dann auch endlich fertig und machten uns auf den Weg zum „Gröninger Bad“ so hieß unser Club! Ich ging mit dem fettesten grinsen in den Club, das ich je aufgesetzt hatte und schaute mich suchend, nach den Jungs um, als ich dann auch schon Georg sah.

Er erzählte gerade irgendwas, schwieg dann aber als wir in seine nähe kamen und umarmte uns sofort. Alle hatten ein lächeln auf den Lippen, nur bei Bill und Summer sah es etwas gequält aus. Ich umarmte alle mit einem „Hi“ und immer noch mit einem lächeln, gab Tom noch einen fetten Schmatzer auf die Wange und setzte mich hin. Alle schauten mich an nur Bill nicht, er schaute die ganze zeit bedrückt auf den Boden, nur als ihn Tom immer mal anstubste schaute er zu mir rauf. Ich schaute in seine Augen und sah nichts, kein glänzen und keine wärme, sie waren einfach nur leer. Ich beschloss zu ihm zu gehen, da wir alle gerade eine Pause vom Quatschen einlegten um ihn zu fragen was los sei. Alle waren weg, nur Bill und ich saßen auf dem Sofa und schwiegen uns an als ich mich endlich überwand ihn zu fragen.

„Hey, kleiner…“ Er schaute mich böse an, „Sorry…was is los Bill??? Willstes mir nicht doch lieber sagen? Du weißt du kannst mit mir reden!“ schaute ich ihn durchdringend an und wendete mich nicht eine Sekundelang von ihm ab, er sah so zerbrechlich aus in diesem Moment. „Bill bitte… ich kann dich so nich mehr sehn, das macht mich nur auch traurig…is was mit dir und Summer???“ Plötzlich machte er seine Hände vor sein Gesicht, ich sollte seine tränen wohl nicht sehen? Aber ich hörte ihn schluchzen.

„Komm, lass uns mal an die frische Luft gehen und dann erzählst du mir alles, ja?“

„Ok“ schluchzte der komplett fertige Bill vor sich hin und wir liefen, ich mit ihm im arm nach draußen. Jetzt standen wir da und Bill fing an zu erzählen.

„…und als ich dann sagte das wir fast die ganzen Ferien über in Hamburg sein wer…“ dann hielt er inne und schaute mich an. Ich sah ihn entsetzt an und wusste überhaupt nicht was ich jetzt darauf antworten solle. Aber ich riss mich kurz zusammen.

„Wie jetzt ihr seid fast die ganze zeit in Hamburg…muss ich das verstehen? Das könnt ihr doch nicht machen!?“ sagte ich monoton und schaute ihn immer noch an, aber diesmal ohne Gesichtsausdruck.

„Ja sind wir und das tut uns allen auch verdammt leid, aber Musik ist unser Leben und das hier war schon immer unser Traum aber wir verstehen natürlich wenn ihr jetzt sauer auf uns seid.“ Ich nahm ihn in den arm und ich glaube er wusste überhaupt nicht warum, er hatte bestimmt eine andere Reaktion erwartet. Aber ich konnte ihm dafür nicht böse sein, im Gegenteil ich freute mich für ihn und die anderen.

„Ich versteh dich Bill und dafür bin ich nicht sauer, ganz und gar nicht. Ich freu mich für euch, wirklich! Aber traurig bin ich trotzdem…!“ er schaute mich total baff an, damit hatte er glaub ich wirklich nicht gerechnet und er nahm mich auch prompt in den Arm.

„Danke April, du weißt gar nich wie froh ich über deine Reaktion bin. Wenn mich doch Summer auch nur verstehen würde! Deswegen haben wir auch solchen stress grad mitnander!“

„Dann musst du noch mal mit ihr reden und dich nicht gleich wieder abwimmeln lassen, du weißt wie hartnäckig Summer sein kann!“ grinste ich ihn an und auch von ihm kam ein verlegenes lächeln zurück.

„Danke, du bist echt nen Engel!“

„Weiß ich doch, deswegen bin ich doch auf der Welt, um euch alle fünf zu beschützen.“ *ggg*

Wir mussten lachen und machten uns dann langsam wieder rein, wo die anderen schon ungeduldig auf uns warteten. Bill ging gleich zu Summer nahm sie an der Hand und ging mit ihr in eine andere Ecke wo sie dann ziemlich lange und ungestört redeten. Ich setzte mich neben Tom, der mich etwas böse anschaute, fragte dann aber zuckersüss:

„Hat dir Bill alles erzählt?“

„Ja hat er.“

„Und?“

„Was, und?…ob ich sauer bin???“

„Ja…bist dus? Bitte nicht, ich hab mich doch so gefreut dich wieder zu sehen. Wär echt schade wenn ja!“ sagte er verlegen und schaute auf den Boden.

„Nein…naja…nein ich bin nicht sauer. Wieso auch, das würde ja auch nichts bringen. Wir würden nur ne geile Freundschaft aufs spiel setzen!!!“

„Wirklich…echt jetzt?“ grinste er wie ein Honigkuchenpferd.

„ja Tom, wirklich!!!“ und schon lagen wir uns in den armen. Er strahlte wieder so eine wärme aus und seine nähe war einfach unglaublich für mich, er roch so gut und wir lagen uns mindesten 5 Minuten so in den Armen. Dann ließ ich ihn langsam los, wollte ihm einen Kuss auf die Wange geben, aber er drehte seinen Kopf so, das unsere Lippen aufeinander trafen. Sie waren so weich, so sanft und einfach nur unbeschreiblich schön, ich schmeckte seine süsse der Lippen und spürte seinen Piercing auf meinen. Ein kribbeln machte sich wieder breit und ich bekam überall Gänsehaut, auch wenn dieser Kuss nur wenige Sekunde andauerte ich genoss es, Tom wieder so nahe sein zu dürfen. Als wir uns dann ganz voneinander lösten, umarmte ich die anderen beiden auch noch, also Gustav und Georg und ich gab ihnen beiden einen Kuss auf die Wange.

„Bekommen wir auch so einen Kuss???“ fragte Georg ironisch, damit die Spannung endlich wieder verflog.

„Das muss ich mir noch überlegen! Wenn du ganz artig bist, vielleicht.“ Sagte ich aus spaß und auch Gustav gab seinen Kommentar dazu:

„Dann will ich aber auch einen!!!“ sagte er schmollend, konnte sich das grinsen dann aber auch nicht mehr verkneifen.

„Ähm…April, ich wollt nur noch sagen das ihr auch mit nach Hamburg kommen könnt, damit ihr nen bissl von uns habt und ich…ähm…wir auch von dir!“ meinte er plötzlich knall rot werdend.

„Echt, das is ja geil…Hamburg…echt krass…das wird sicher der hammer!“

„Ja bestimmt, auf jeden fall sogar!“ meinte grade eine mir vertraute und sehr glücklich anhörende stimme hinter mir. War das Summer? Ich drehte mich um und tatsächlich da stand sie, wieder total happy neben Bill der auch wieder strahlte und seine Augen gleich mit!

„Na…alles wieder ok bei euch? Ihr seht so glücklich aus!“

„Jap, alles wieder im grünen und ich freu mich schon riesig auf Hamburg!!!“ auf einmal wurde Summers miene wieder nachdenklicher und letzten Endes traurig als sie dann feststellte:

„Oh, shit…ich hab ganz vergessen dass wir ja noch nach Kalifornien fliegen, du übrigens mit, April!!!“

„Wie jetz…nach Kalifornien??? Und Hamburg???“

„Na da müssen wir dann halt irgendwie nachkommen oder so…hm?“

„Ihr wollt echt nach Kalifornien? Na toll und das ohne uns, das geht doch gar nicht…ey wenn ich mir jetz die heißen Bräute am strand da vorstelle…hot, hot, hot!!!“ sagte Tom verschmitzt und seine Augen immer kleiner werdend, weil er so lachte.

„Ey, ja…wir suchen doch ständig nach der großen Liebe, ne Tom? das wäre unsere Chance gewesen…so nen mist aber auch!“ gab jetzt Georg seinen Kommentar ab.

„Wenn wir dann berühmt sind, fliegen wir da auch hin!“ warf Bill kurz ein.

„Ja und vor allem auf Hotelzimmern, da is die große Liebe besonders oft dabei!!!“ sagte Tom immer noch sich vor lachen den Bauch haltend, als uns Summer auch schon unterbrach:

„Hey, ihr zwei hört jetz auf…wir fahren schon morgen!!!“ und schon hielten sie ihre klappe und standen mit Kinnlade unten da, als das Summer sagte, sogar ich war total perplex!

„Was… morgen schon? Nee oder???“

„Doch, denn ich wollte vor ein paar tagen, und bis vorhin noch nen bisschen abstand von euch haben, aber das hat sich jetzt geändert!“

„Kann man das nich noch ändern???“ fragte jetzt Bill entsetzt und legte seinen Dackelblick auf aber das half nichts, sie konnte das so kurzfristig nicht mehr ändern.

„Nee, leider nicht aber es ist ja für nicht allzu lang!!!“ versuchte sie uns zu trösten aber so richtig klappte das nicht!

Tom legte seinen Arm um mich, zog mich dann zu sich und nahm mich sanft in den Arm, so wie er es auf seine art und weise immer tat, zu süss, echt. Er hauchte mir etwas ins Ohr und sein heißer Atem traf auf mein Ohrläppchen vorbei an meine Halsbeuge:

„Ich vermiss dich jetzt schon!!!“ hatte er das wirklich gerade gesagt oder träumte ich das nur? Nein… er sagte es wirklich!

„Ich dich auch!“ hauchte ich zurück und er strich mir den Rücken ganz leicht entlang und sofort bildete sich eine Gänsehaut an den stellen wo er mich berührte. Er ist einfach nur der Wahnsinn!!! *ggg*

Die anderen quatschten schon wieder wild durcheinander und wir standen immer noch, uns in den armen liegend da. Wir lösten uns dann aber langsam voneinander und schauten uns nur an. Seine Augen, ich konnte mich einfach nicht von ihnen losreißen so Traumhaft waren sie. Ich versank in ihnen und vergaß für einen kurzen Moment lang die Zeit und alles um mich herum. Ich hatte das Gefühl als würde ich schweben weil alles um uns herum immer mehr verschwamm, als mich Gustav aus meinen Gedanken riss.

„Tom, April…hallo…hey ihr zwei, wollt ihr euch nich langsam mal hinsetzen???“

Wir guckten beide zu Gustav der uns jetzt erschrocken anschaute da wir ihn beide ziemlich grimmig ansahen. Wir ließen ganz voneinander ab und setzten uns dann zu den anderen hin, die schon wieder heftigst am rumlabern waren. Ich war noch komplett in Gedanken versunken, um genauer zu sein in Toms Augen, als ich dann aber auch am Gespräch mit teilnahm. So verging die Zeit wie im Flug und der Abschied, obwohl wir uns ja eigentlich erst wieder getroffen und vertragen hatten, zumindest Bill und Summer, rückte immer näher. Die Jungs brachten uns noch nach Haus, wir lachten viel bis dahin, umarmten uns dann schließlich mal wieder, gaben uns jeder einen Abschiedsbussi und dann gingen alle vier wieder weg. Eigentlich Schade aber unser Flug würde schon frühs irgendwann starten, erzählte Summer mal zwischendurch irgendwann. Sie riefen noch ein:

„Viel Spaß in Kalifornien und kommt heil wieder hier an, wir brauchen euch doch noch!“ hinterher, verschwanden dann aber in einer dunklen Gasse. Summer und ich machten uns dann auf den Weg nach oben.

„Das war doch nen geiler Tag oder nich?“ sagte ich mit einem Lächeln im Gesicht als ich sah, dass auch sie bis über beide Ohren strahlte!!!

„Ja auf jeden…und vor allem weil Bill und ich uns wieder vertragen haben!!! Und wir mit nach Hamburg kommen können, ich freu mich ja jetzt auch für sie!!! Devilish hat das echt verdient!!!“freute sie sich wieder und es war schön sie endlich wieder so richtig glücklich zu sehen!!! Echt süss! Und sie hatte ja recht damit, das Devilish das verdient hat, sie waren nämlich wirklich gut! Wir redeten noch ein wenig darüber, machten uns neben bei fürs Bett fertig und sprangen dann glücklich und zufrieden rein, wo wir dann auch sofort einschliefen. Und von Tom, Bill, Gustav und Georg als Stars träumten! *g*

 

 

 

 

 

Ich hatte eigentlich echt keinen Bock darauf, Bill zu sehen, aber ich wollte es auch April nicht nehmen, dass sie die Jungs (und vor allem Tom) mal wieder sieht, also blieb mir nichts anderes übrig, als Bill zuzusagen…

So machten April und ich uns auf den Weg ins „Gröninger Bad“, die Jungs saßen bereits da und schauten uns mit einem fetten grinsen an, gut bis auf Bill, der nur ein gequältes Lächeln hervorbrachte. Aber mir war auch nicht gerade nach feiern zu mute… Naja, wir setzten uns erstmal hin und April, Georg, Gustav und Tom verfielen in ein allgemeines Gequatsche, dem ich nicht richtig gefolgt war… Auf die Fragen der anderen versuchte ich anhand ihres Gesichtsausdrucks zu erkennen, ob ich Ja, oder Nein sagen sollte… Ich wollte eigentlich nur noch hier weg und noch ein bisschen auf meiner Gitarre spielen… Aber das blieb aus. April verzog sich dann mit noch jemandem im Schlepptau, vermutlich Tom, dachte ich, doch als ich aufblickte, saß Tom noch mit Georg und Gustav da… Hm?!? Wo war Bill??? Ich war eigentlich schon fast froh, dass Bill nicht mehr da war, aber es war auch schön, ihm nach den 5 Tagen wieder mal ein bisschen „nahe“ zu sein… Ein paar Minuten später kamen Bill und April allerdings wieder von draußen rein… Bill hatte immer noch einen total leeren Blick, der mir ja irgendwie leid tat und mich innerlich verletzte, aber trotzdem war ich immer noch sauer auf ihn und konnte ihm das einfach nicht verzeihen… Er kam jetzt plötzlich direkt auf mich zu, packte meine Hand und zog mich mit sich… Was war denn jetzt?!? Er zog mich in eine Ecke ganz weit hinten in der Bar, wo uns die anderen nicht mehr sehen konnten, drehte sich dann zu mir um und sah mir direkt in die Augen, schaute aber gleich wieder weg, weil ihm die ganze Aktion jetzt doch peinlich war. Wieder traf mich sein leerer Blick, von dem es mir eiskalt den Rücken runter lief. Seine Augen sahen geschwollen aus und waren leicht gerötete… Hatte er etwa geweint, wegen mir? Oh, man, Bill es tut mir so leid, aber wieso hast du mich nur angelogen?

Bill stand einfach nur so da mit gesenktem Blick, sagte nichts. Auch mir stiegen jetzt Tränen in die Augen, es tat einfach so unbeschreiblich weh, ihn so fertig zu sehen, wo er doch sonst immer ein Grinsen im Gesicht hatte. Aber ich kann meinen Blick einfach nicht von ihm abwenden, er sieht so zerbrechlich und wehrlos aus. Was soll ich denn machen???

Nach einigen Minuten peinlicher Stille, hob Bill dann endlich doch seinen Kopf und fing an:

„Summer, es tut mir so leid, ich…“ Seine Stimme war kaum mehr als ein Flüstern und ich spürte seinen heißen Atem auf meinem Gesicht, da unsere Gesichter ganz nahe aneinander waren. Wieso, wieso, wieso??? Immer wieder diese Fragen in meinem Kopf. Wieso hast du mich angelogen? Wieso lässt du mich allein??? Bill ich brauch dich doch, du bist mein bester Freund!!! Ich hatte gar nicht gemerkt, dass ich das gerade laut gesagt hatte und dabei mit geballten Fäusten immer wieder auf Bills Brust eingeschlagen hatte, erst ganz sanft, dann immer härter. Er umklammerte jetzt ganz vorsichtig meine Hände mit seinen und hielt sie sanft, aber bestimmt fest, so dass sie weiterhin auf seiner Brust beruhten. Ich fühlte seinen Herzschlag ganz deutlich, sein Puls raste ja förmlich, aber ich machte mir über die nähere Bedeutung dessen jetzt keine Gedanken.

Es traf mich wieder wie ein Stein in die Magengrube, dass ihn die ganze Sache so mitnahm, dass er jetzt so am Ende war und das war doch irgendwie alles meine Schuld! Wieso bin ich nur so ein Sturkopf!!! Eine stumme Träne lief mir jetzt über meine Wangen. Bill hob zaghaft seine Hand und wischte sie weg… Wie schön es war, ihn mal wieder zu spüren…

„Ich werde dich nicht allein lassen, niemals“, flüsterte er jetzt und zog mich in eine herzliche Umarmung. Jetzt konnte ich meine Tränen nicht länger halten. Sie flossen wie zwei kleine Bäche und durchdrängten Bills Shirt. Auch ich spürte einzelne Tränen von Bill auf meiner Schulter, die dort, wo sie aufkamen und sich ihren Weg über meine Schulter und meinen Rücken entlang suchten, eine Gänsehaut hinterließen.

„Es tut mir so leid“, hauchte er mir immer wieder ins Ohr „ich wollte dir nicht wehtun, ich bin so doof.“

Nein, ich bin doof… Ich hätte fast meinen besten Freund verloren, wegen dieser dummen kleinen Streiterei… Ich hatte es riskiert, ihn nie wieder zu sehen, wo ich doch vor ein paar Wochen noch in meinem Bett lag und mich fragte, ob ich ihn überhaupt mal wieder sehen werde… kurz nach dem Placebo Konzert, als ich ihn zum ersten Mal gesehen hatte und zum ersten Mal seine warme und sanfte Stimme gehört hatte…

„Es tut mir so leid“, wiederholte Bill ein weiteres Mal. Diesmal löste ich mich aber von ihm und sah ihm in die Augen. Er war sichtlich verwirrt, dass ich jetzt lächelte, aber ich legte nur meinen Zeigefinger auf seine Lippen, die so sanft waren und zog ihn wieder zu mir…

„Ich hab dich vermisst“, meinte ich ganz leise, schloss meine Augen und gab mich voll und ganz der Wärme, die von Bills Körper ausging hin. Dies hatte ich so vermisst, nein ich hatte einfach alles an ihm vermisst… Seinen unbeschreiblichen, süßlichen Duft, seine Wärme, seine Zärtlichkeit, seine tiefbraunen Augen, mit denen er einen immer so süß ansah und denen man keinen Wunsch ausschlagen konnte, sein süßes Lachen, unsere nächtlichen Telefonate… einfach eben alles an ihm…

„Ich hab dich auch vermisst“, meinte Bill schließlich und kuschelte sich freudig an meine Schulter „ihr könnt übrigens mit nach Hamburg.“

Jetzt sah ich ihn ungläubig an, so dass er grinsen musste.

„Ich hab mit unserem Produzenten gesprochen, na ja und der meinte, solange wir noch vorankommen, sei das kein Problem… Ich hab doch gesagt, dass ich das schon irgendwie wieder gut mache, ne… Ich weiß das schon seit drei Tagen und wollte dir unbedingt bescheid sagen, aber du bist ja nicht an dein Handy gegangen…“ Man, das hätte ich echt nicht erwartet, wir können mit nach Hamburg!!! Das war echt geil, da wollte ich immer schon mal hin!!! Ich sprang ihm jetzt so freudig in die Arme, dass er leicht ins taumeln geriet und drückte ihn so fest an mich, dass ein Außenstehender hätte meinen können, ich wolle ihn zerquetschen… Als wir dann zurückkamen hatten wir beide ein fettes Grinsen im Gesicht. Ich hörte April gerade noch sagen:

„Echt, das is ja geil…Hamburg…echt krass…das wird sicher der hammer!“ und stimmte ihr freudig zu, aber irgendetwas kratzte mir im Hinterkopf, irgendetwas war da noch…

„Oh, shit…ich hab ganz vergessen, dass wir ja noch nach Kalifornien fliegen, du übrigens mit, April!!!“

„Wie jetz…nach Kalifornien??? Und Hamburg???

„Ja, und wir fliegen morgen schon…“, meinte ich mit gesenktem Blick. Ich sah Bill aus dem Augenwinkel, ich konnte mir nur zu gut vorstellen, wie er sich jetzt fühlte.

„Was… morgen schon? Nee oder???“

„Doch, denn ich wollte vor ein paar tagen, und bis vorhin noch nen bisschen abstand von euch haben, aber das hat sich jetzt geändert!“, meinte ich und sah Bill entschuldigend an.

„Kann man das nich noch ändern???“ fragte er entsetzt und legte seinen Dackelblick auf aber das half jetzt leider nichts, so kurzfristig konnte ich das nicht mehr ändern, die Tickets hatten wir bereits gekauft und die konnten nicht mehr reklamiert werden. Außerdem freute sich meine Mum schon sehr darauf, mich mal wieder für längere Zeit bei sich zu haben und mit mir zusammen „Urlaub“ zu machen, wie ich ja eigentlich auch…

„Nee, leider nicht aber es ist ja für nicht allzu lang!!!“ versuchte ich sie zu trösten, auch wenn das nicht so richtig klappte… Tom nahm April ganz plötzlich in den Arm und ich wendete mich den anderen zu, da Georg plötzlich anfing zu schwärmen, was es da nicht für „geile Bräute“ gäbe, die alle in kurzen Bikinis und mit ihren „knackigen Ärschen“ am Strand rumgammelten, usw. Er kam ja gar nicht mehr aus dem Schwärmen raus… Ich setzte mich dann schließlich direkt neben Bill, der sofort seinen Arm um mich legte, als könne er mich so hier festhalten und daran hindern, zu gehen… Aber auch das half jetzt nichts, unser Flug würde schon frühs irgendwann gehen und April und ich mussten jetzt echt langsam nach Hause… Der Abschied fiel uns tierisch schwer. Wir drückten Georg und Gustav und gaben ihnen einen Abschiedsbussi… Bei Tom und Bill ließen wir uns dann doch schon etwas länger Zeit, ich drückte Tom ganz fest an mich, schließlich war auch er einer meiner besten Freunde gewesen und hatte unter der Krise von Bill und mir leiden müssen… So hatte ich auch ihn fast eine ganze Woche nicht gesehen…

„Machs gut, Kleine“, flüsterte er „und üb schön fleißig auf deiner Gitarre.“

„Ja, werd ich, aber ohne dich als Lehrer komm ich ja nicht weit“, grinste ich zurück und gab auch ihm einen Bussi auf die Wange. Jetzt kam ich zu Bill, der mich auch sofort in seine Arme zog und ganz fest drückte.

„Ich werd dich tierisch vermissen“, sagte er „sagen wir: bis morgen??? Da fällt der Abschied nicht so schwer???“

Ich nickte nur, denn ich brachte kein Wort mehr raus, da ich schon wieder mit den Tränen kämpfte. Nach einer gefühlten halben Stunde lösten wir uns voneinander.

„O.K., also, bis morgen“, lächelte ich ihn an und wollte ihm auch einen Bussi auf die Wange geben, doch plötzlich trafen sich unsere beiden Lippen für einen kurzen Moment… Völlig perplex standen wir beide dann da und sahen uns an… Aber was das nun zu bedeuten hatte, darüber konnte ich mir jetzt keine Gedanken machen, denn April riss mich plötzlich mit und meinte nur:

„Summer, wir müssen jetzt wirklich los!“ Scheinbar hatten die anderen das nicht bemerkt, war auch besser so… Also verschwanden wir schließlich, in dem wir uns noch tausendmal umdrehten und „bis dann, in Hamburg“ und „viel Spaß“ riefen…

Die ganze Fahrt nach Frankfurt redeten wir kein Wort miteinander. Wir waren einfach so tierisch müde, da wir gestern Abend kein Auge mehr zugemacht hatten… Wir freuten uns so auf die zwei Wochen Kalifornien und natürlich noch viel mehr auf die Zeit mit den Jungs in Hamburg… April schlief tief und fest neben mir und ich hörte noch ein wenig Placebo auf meinem MP3- Player als dann auch schon das Ortsschild Frankfurt kam… Wenige Minuten später erreichten wir dann auch schon den Flughafen, wo dann alles plötzlich ziemlich hektisch abging, da unser Flug doch schon ne halbe Stunde eher gehen sollte und wir mussten noch den richtigen Terminal finden. Ein Glück war der Flughafen das zweite zu Hause von meiner Mum, so lief sie relativ zielstrebig die verschiedenen Terminals ab und schließlich in eine der Bahnen, die zu unserem Terminal führte. Dort angekommen konnten wir auch sofort an Bord gehen und setzten uns auf unsere Plätze, wo wir uns auch prompt wieder zusammen kauerten und weiterschliefen. So bekamen wir den Start gar nicht mit und wachten erst auf, als wir überm Atlantik flogen und das Frühstück ausgegeben wurde. Der Rest des Flugs war ebenfalls nicht spektakulär, wir verbrachten die meiste Zeit damit, zu schlafen, zu essen oder Musik zu hören... Die Landung dagegen war schon echt beeindruckend. Als erstes sahen wir den riesigen weißen Sandstrand und schließlich sahen wir die vielen riesigen Villen von Orange County, bis wir schließlich auf kalifornischem Boden aufsetzten… Kaum hatten wir ausgecheckt, unsere Koffer geholt und den Flughafen verlassen, schlug uns auch schon eine tierische Hitze entgegen, so dass wir eigentlich nur so schnell wie möglich in unser Hotel und dann ab zum Strand wollten.

Wir verbrachten schließlich auch jeden Tag am Strand und die Nächte in der Stadt zum shoppen und trinken. Ein Wochenende verbrachten April und ich schließlich in L.A., wo wir fast unser ganzes Geld verballerten und uns komplett umstylen ließen. Wir ließen uns erstmal einen komplett modischen Haarschnitt verpassen und April noch ein paar Strähnchen, so dass wir jetzt nochmals viel älter und wie kleine Stars aussahen. Was wohl jetzt unsere Jungs dazu sagen würden… So geil L.A. und Kalifornien auch war, wir vermissten sie tierisch und wollten so schnell wie möglich zu ihnen zurück, deshalb fasste meine Mutter schließlich den Entschluss, dass wir schon eher zurückfliegen konnten und gingen zu dritt ins Reisebüro, um einen Flug direkt nach Hamburg zu buchen *g* Wieder im Hotel angekommen, schrieben wir den Jungs gleich eine Mail, aber irgendwie kam nichts zurück… Auch auf die anderen Mails, die wir geschrieben hatten, hatten sie nicht geantwortet, hm, naja, hatten bestimmt viel zu tun…

So saßen wir auch schon zwei Tage später im Flieger zurück nach Deutschland, zurück nach Hamburg und zurück zu unseren Jungs…

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